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Simon Jenny, Leiter der Akademie

 
Liebe Freunde der Oekumenischen Akademie

Seit 2006 leite ich zusammen mit andern diese Oekumenische Akademie. Für die Neuen und für die, für welche ich neu bin, habe ich einen kurzen Einblick in ein paar Stationen aus meinem farbigen, bilderreichen Leben aufgeschrieben:
 

Musik war mir in die Wiege gelegt worden

Als der Lehrer in der fünften Klasse uns Schüler fragte, was wir werden möchten, sagte ich nichts, aber es war mir völlig klar: Musiker würde ich werden. Bevor ich richtig sprechen konnte, hätte ich gesungen, erzählte man mir später.
Die Mutter war Musikerin, Dichterin, Komponistin, der Vater Pfarrer, Professor für Liturgik und Hymnologie. Ein Nährboden für mein ferneres Leben. Wir sieben Geschwister, geboren zwischen 1950 und 1958, spielten und sangen im Hausorchester und -chor mit, gaben literarisch-musikalische Konzerte, nahmen 1966 gar eine Platte auf, führten Singspiele zur Weihnacht auf.
Es wurde bald meine Welt: Studium und Tätigkeit als Hornist, Pianist, Schulmusiker, Kirchenmusiker. Im Orchester, in Kirchen, in der Lehrtätigkeit.
 

Zur Musik gesellt sich die Theologie

Dann trat die Theologie, besser der Wunsch, Pfarrer zu sein, in mein Leben. Und es begann der nächste Abschnitt meines Lebens: Matura, Theologiestudium, daneben Musikunterricht, Gründung des Uniorchesters Bern, eines Chores der theologischen Fakultät, Pfarrstelle in Huttwil, Heirat mit Elisabeth Anna und Geburt unserer fünf Kinder.
Mit all meinen geschenkten Begabungen, wie Freude an Liturgie, an Musik, die dem Wort zur Seite steht, das Wort verstärkt, mit Herzensbezug zu Kindern und Jugendlichen, die mir im Unterricht, in Gottesdiensten, in Lagern und Konfirmationen nahe waren, in Erwachsenenbildung, Seelsorge und Begegnungen mit Menschen, legte ich all meine Kreativität, mein Können und meine Energie in diese Aufgabe hinein.
 

«Wir verstehen nur, was wir gespielt, gesungen und getanzt haben»

Eine besondere Leuchtkraft und tief befriedigende Resonanz hatten die Kirchenspiele, die Spiele mit Musik (Chor und Instrumenten), Tanz und Theater zu biblischen Texten, zu kirchengeschichtlichen und theologischen Themen. Walter Hollenweger, als emeritierter Professor noch für zwei Semester in Bern, hatte mich entzündet, überzeugt im tiefen Sinn des Wortes. Angeregt von schwarzen Studenten in Birmingham, die sagten, sie verstünden nur, was sie gespielt, getanzt und gesungen hätten, schuf er Bibelauslegungen, die dem Stand der Wissenschaft entsprachen, die aber nicht vorgetragen, sondern einstudiert und aufgeführt wurden. (Prospekt, PDF 132 kb)
 
Die innere Beteiligung der Mitwirkenden, oft Menschen, die der Kirche fern gestanden sind, habe ich nie stärker und intensiver erlebt als in diesem Tun. Auch Verstehen und Erkennen von theologischen Zusammenhängen fand nirgends so klar und tiefgehend statt, wie bei diesen Einstudierungen.
 
Mit dem Studienurlaub im siebten Lebensjahrsiebt, mit meinem 49. Geburtstag, begann ein neuer, nächster Abschnitt, der unter anderem in die Berufung hin zur Oekumenischen Akademie geführt hat. Dies ermöglicht mir – zusammen mit den Mitarbeitenden – das Weitergeben wichtiger Inhalte in Form und Farbe der Musik, des Spiels, des Rituals und der Verbindung in einen grösseren Zusammenhang hinein, in einen weiteren Kreis von Menschen, zusammen mit diesem guten Geist, dieser atemvollen Geistkraft, die ich da wahrgenommen habe.
 

Neue Wege

Mit meinem Geburtstag 2009 entfaltete sich der langjährige Wunsch nach einer noch stärkeren Verbindung von Musik, Spiritualität und Spielfreude und ich verliess im Sommer 2010 das Pfarramt Huttwil nach 19 fruchtbaren Jahren um in selbständiger Arbeit, als Coach für liturgisch-musikalische Fragen in Kirchgemeinden, für "Singen und Musik", in Seminarien, Weiterbildungen, als Motivator für Kirchenspiele in Kirchgemeinden, als Co-Leiter für musikalisch-spirituelle Pilgerreisen, als Chorleiter und Hornist, Theaterspielender und manch anderes zu wirken.

Ab März 2011 werde ich zur Hälfte als Regionalpfarrer Bern-West tätig sein und die andere Hälfte dem neuen Tun widmen. Mit grosser Motivation, mit Freude und einem Staunen über den Gang des Lebens und das Wirken des grossen Atems, des Heiligen Geistes

Siehe meine Website www.simonjenny.ch  
 
Simon Jenny
 
 
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